Rheinland-Pfalz

Pilotprojekt des Landes Rheinland-Pfalz

"Familiengerechtes Wohnen mit Kindern in Föhren"

Das Wohnhofprojekt "Im Käulchen"

Föhren

 

 


Einführung

Vom Problem zur Projektidee

Projektvorbereitung

Projektumsetzung

Auswertung und Empfehlungen

Service

 


Projektumsetzung: Bauphase

1. Projektsteuerung und Koordinierung der Selbsthilfe

Für jedes Gewerk in dem Eigenleistungen gemacht werden, waren ein oder zwei Leute als KoordinatorInnen verantwortlich. Es wurden die für das Gewerk notwendigen Informationen zusammengetragen. Weiter wurde mit den Firmen bezüglich der Einführung vor der Gruppe gesprochen und es mussten Zeitpläne erstellt werden. Dabei musste genau analysiert werden, wo und in welchen Bereichen das Vorgehen sinnvoll und machbar ist und wo nicht. Es wurde ermittelt, in welchen Gewerken wie viele Familien Eigenleistungen erbringen wollten. Mehrheitlich war dies für die Elektroinstallation, den Gipsfaserplatten, den Fußböden und den Fliesen der Fall.


Baubeginn im Dezember 1998

Neben der Hilfe durch organisierte Einführung in die Eigenleistung wurden die Familien auch dadurch unterstützt, indem an einigen Samstagen eine Kinderbetreuung organisiert wurde. So konnten beide Elternteile auf der Baustelle arbeiten und mussten sich nicht um die Kinder kümmern. Das gemeinsame Bauen mit zehn Familien, die sich schon gut kennen bot weitere Vorteile:

  • Bei größeren Materialanlieferungen packte man häufig gemeinsam an und keiner stand alleine vor einem unbezwingbaren Berg.

  • Wer für eine Familie kocht, kann ohne erheblichen Mehraufwand auch für mehrere Familien sorgen. Eine Alternative dazu war das gemeinsame Grillen in der Mittagspause, was nicht nur effizient war, sondern auch Spaß gemacht hatte.

  • Wo der eine zuviel Material bestellt hatte fehlte dem anderen gerade noch eine kleine Menge. Auch hier konnte man sich schnell aushelfen.

  • Man lieh und verlieh sich gegenseitig teures oder selten benötigtes Werkzeug, was sich so nicht jeder extra anschaffen musste.

2. Gesamtkosten

Die Kostenentwicklung der einzelnen Häuser war sehr unterschiedlich und bewegten sich zwischen 150.000 € und 225.000 €. Während manche Familien bis zu 30 % mehr als kalkuliert bezahlen mussten, konnten andere dies durch eine deutliche Erhöhung der Eigenleistungen oder Erniedrigung des Ausstattungsstandards auffangen, oder kamen dadurch sogar noch etwas günstiger weg. Manche hatten Mehrkosten einkalkuliert, einige mussten allerdings zusätzliche Kredite aufnehmen, die sie ihrer zukünftigen finanziellen Spielräume beraubte. Hier war dann erwartungsgemäß kein Geld für gemeinschaftliche Einrichtungen vorhanden.

3. Überblick über die wesentlichen ökologischen Komponenten der verschiedenen Häuser

  • Holz - nachwachsender Rohstoff

  • Wärmmedämmung mit Zellulose (Isoflok®) - hohen Energieeinsparung bei der Herstellung, Recyclingmaterial

  • DWD-Weichfaserplatten - Restholzverwertung

  • OSB-Platten - Großspanplatten mit natürlichem Harz verleimt; regional

  • Mineralische Farben - keine Grundwasserbelastung

  • Regenwassernutzung zur Gartenbewässerung - Trinkwassereinsparung, Regenwasserrückhaltung

  • Regenwassernutzung beim Brauchwasser (Toiletten, Waschmaschine) - Trinkwassereinsparung

  • Solaranlage für die Brauchwassererwärmung - Energieeinsparung

  • Solaranlage zur Heizungsunterstützung - Energieeinsparung