Rheinland-Pfalz

Pilotprojekt des Landes Rheinland-Pfalz

"Familiengerechtes Wohnen mit Kindern in Föhren"

Das Wohnhofprojekt "Im Käulchen"

Föhren

 

 


Einführung

Vom Problem zur Projektidee

Projektvorbereitung

Projektumsetzung

Auswertung und Empfehlungen

Service

 


Projektumsetzung: Planungsphase

In der Planungsphase musste von der Gruppe sehr viel geleistet werden, da sich die Familien einerseits mit ihrem eigenen Haus beschäftigen mussten, andererseits war auch für und innerhalb der Gruppe eine Menge an Arbeit zu leisten.

1. Erarbeitung allgemeiner Baukriterien


Schnitte einiger Häuser

Im Föhrener Modellprojekt kamen neben sozialen auch andere Aspekte zum Tragen. So war der Anspruch, das Projekt mit ökologischen Materialien und in ressourcenschonender Bauweise möglichst kostengünstig zu verwirklichen. Im Rahmen eines übergeordneten Gestaltungskonzeptes wurden Dachform, Putzfassade, Farben und die Prinzipien der Grundrissorganisation festgelegt. Schließlich entschied sich die Gruppe für eine einheitliche Holzrahmenbauweise.

2. Individuelle Grundrissplanung

Nachdem die Gruppe sich längere Zeit mit den Ideen des Vereins beschäftigt und andere Projekte kennen gelernt hatte, war sie in der Lage die Erfahrungen und Erkenntnisse im eigenen Haus umzusetzen. Im weiteren Verlauf unterschied sich die Individualplanung nicht sehr von der eines normalen Einfamilienhauses: Die Pläne für das Eigenheim jeder Familie entstanden gemeinsam mit der Architektin. Ergänzend setzten sich einige Familien während der Grundrissplanung zusammen, um sich von den Ideen der Anderen Anregungen zu holen und das eine oder andere Element aufzugreifen oder Problemlösungen zu übernehmen.

3. Ressourcenschonenede Bauweise

Bei der Frage nach den zu verwendenden Materialien war klar, dass man soweit wie möglich gemeinsame Wege mit einheitlichen Materialien gehen wollte, um höchst mögliche Gruppenrabatte zu erzielen. Hierzu wurden Arbeitsgruppen gebildet, so dass sich nicht jeder mit jedem Thema allzu intensiv beschäftigen musste. Es wurden die verschiedenen Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Während für die einen ökonomische Kriterien im Vordergrund standen, waren für andere ökologische Kriterien wichtig. Wo die einen gerne auf regionale Anbieter achten wollten, brachten andere Fragen der Verfügbarkeit und Lieferzeit ist Spiel. Das Ergebnis waren vielfach Kompromisse, mit denen meist alle leben konnten. Wo keine Einigung möglich war, gingen einzelne Bauherren ihre eigenen Wege.

4. Ökologische Formen der Energieversorgung

Für die Gruppe stand die Frage nach der Form der Heizung und Warmwassererzeugung lange auf der Tagesordnung. Da dieses Thema sehr komplex ist, hat sich die Gruppe in einer ersten Arbeitsphase eigene Standpunkte zum Thema erarbeitet, Angebote und Informationen von Fachfirmen eingeholt um dann schließlich in einem zweiten Schritt ein Ingenieurbüro zu Rate zu ziehen, das der Gruppe bei der Entscheidungsfindung behilflich war. Man einigte sich auf Brennwerttechnik mittels Flüssiggas in Verbindung mit einer Solaranlage.

5. Ressourceschonende Wasserversorgung

Hierfür wurden klassische Zisternen mit lokalem Hauswasserwerk eingebaut. Wo es bautechnisch möglich war nutzen zwei Familien eine Zisterne gemeinsam um so ihre Investitionskosten zu senken.

6. Regionalbezogenheit

Die Häuser wurden in Holzrahmenbauweise, teilweise verputzt und verbrettert mit schwarzen Satteldächern erstellt. Die ruhige, flache, schwarze Bedachung aus Tonziegeln, sollte einem Schieferdach annähernd angeglichen werden. Die geschwungene Reihenhausbebauung nimmt die gleich gewachsene Bebauung an der unteren Straße auf. Ähnlich strukturierte Hofbebauungen sind früher über Jahre langsam gewachsen. Vor den Häusern spielt sich das öffentliche Leben ab, der rückwärtige Bereich ist privat.

7. Baufinanzierung und Versicherungen

Sowohl bei der Baufinanzierung, als auch bei den Versicherungen hat die Gruppe gemeinsame Wege eingeschlagen. So wurden Angebote der unterschiedlichen Banken und Versicherungen mit der Gesamtinvestitionssumme eingeholt und entsprechende Konditionen ausgehandelt. Neben den normalen Baukrediten, konnten die Familien (in Abhängigkeit der Familiengröße und ihren Einkommensverhältnissen) noch Familien-Fördergelder des Landes Rheinland-Pfalz in Anspruch nehmen. Aufgrund der Niedrigenergiebauweise konnten alle Familien am CO2-Minderungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau teilnehmen und so ein zinsgünstiges Darlehen eines definierten Anteils der Bausumme erhalten. Die notwendigen Versicherungen konnte zu günstigeren Konditionen abgeschlossen werden, als dies mit einer niedrigeren Bausumme der Fall gewesen wäre.