Rheinland-Pfalz

Pilotprojekt des Landes Rheinland-Pfalz

"Familiengerechtes Wohnen mit Kindern in Föhren"

Das Wohnhofprojekt "Im Käulchen"

Föhren

 

 


Einführung

Vom Problem zur Projektidee

Projektvorbereitung

Projektumsetzung

Auswertung und Empfehlungen

Service

 

 

Projektumsetzung: Sozialfindungsphase

Nachdem der grobe Zeitplan und die Rahmenbedingungen für das Projekt feststanden konnten die interessierten Familien sich mit einer einigermaßen realistischen zeitlichen Perspektive über das Projekt Gedanken machen konnten. In dieser Sozialfindungsphase wurde gezielt für das Projekt geworben und InteressentInnen die Möglichkeit gegeben, sich um einen Platz im Wohnhof zu bewerben.

1. Öffentlichkeitsarbeit

Marketinginstrumente waren: Die Erstellung eines Faltblattes und dessen Verbreitung in der Region (Kinderärzte, Bioläden, Kindertagesstätten, Vereine,...), eine ausführliche Broschüre, Informationsveranstaltungen und Infostände. Hinzu kam eine intensive Pressearbeit, so dass das Projekt in mehreren kleineren Berichten in Fachzeitschriften, Lokalpresse und Rundfunk vorgestellt wurde. Außerdem wurde das Föhrener Projekt zum Schwerpunktthema der Zeitungsbeilage »Bauen und Wohnen«, und machte es damit in der Region bekannt machte.

2. Bewerbungen und Verträge

In einem ersten Schritt konnten interessierte Familien sich beim Verein um einen Platz im Wohnhofprojekt bewerben. In einem weiteren Schritt erfolgte die Bindung in Form eines Vertrages, der die Familien auf einen finanziellen Beitrag über 3.000 DM zur Kofinanzierung der mit der Pilotierung verbundenen Zuschüsse verpflichtete. Der vertraglich festgelegte Einbehalt der schon angefallenen Kosten beim Ausstieg reichte als Mittel zur Bindung an das Projekt.

3. Gruppenfindung und Beteiligung am weiteren Vorgehen

In dieser Phase mussten die Familien ihren eigenständigen, Beitrag zur Weiterentwicklung des Projektes leisten sollen. Eine Voraussetzung ist hierfür eine gut funktionierende Gruppengemeinschaft. Wesentlichen Elemente hierfür sind:

  • Wöchentliche Baugruppensitzungen. In diesen Sitzungen wurden alle Beteiligten auf einen einheitlichen Informationsstand gebracht, es wurde gemeinsam geplant und alle die Gruppe betreffenden Entscheidungen getroffen. Diese Sitzungen, sowie deren Vor- und Nachbereitung waren das Kernstück der Sozialfindungs- und Planungsphase. Hier konnte nur durch ein Höchstmaß an Organisation und Transparenz ein effizientes Arbeiten sichergestellt werden. Für die Zeit zwischen den Sitzungen gab es einen Ansprechpartner, der alle Informationen, Anfragen und auftretenden Probleme sammelte und daraus die kommende Sitzung vorbereitete. Im Anschluss an den organisatorischen, offiziellen Teil der Sitzungen war dann Raum für private Gespräche. Hier war Gelegenheit sich auch über andere Themen auszutauschen und sich kennen zu lernen. Dieser »gemütliche Teil« war ebenfalls ein Element zur Gruppenbildung.

  • Familientreffen. Gemeinsame Familiennachmittage in lockerer Atmosphäre an verschiedenen Orten und verschiedenen Themenschwerpunkten förderten das Kennenlernen.


Ein selbst gebasteltes Modell verdeutlicht die Wohnhofsituation

  • Exkursionen. Im Laufe der Projektentwicklung wurden drei größere thematische Exkursionen durchgeführt: Besuch eines bestehenden Wohnhofprojekt, eine Exkursion zu verschiedenen Häuservarianten in Holzrahmenbauweise und Besuch bei Herstellern von Häusern in Holzrahmenbauweise.

  • Arbeitsgemeinschaften. Hier wurden verschiedene Themen von unterschiedlichen Gruppen abgearbeitet werden nun anschließend die Ergebnisse in den Sitzungen zu präsentieren. So musste sich nicht jede Familie mit jedem Thema intensiv auseinandersetzen – man konnte sich darauf verlassen, dass die beauftragte Gruppe (schon im eigenen Interesse) sorgfältig arbeitet.

4. Exposés zur Information und Entscheidungsfindung

Für jedes im Projekt zur Verfügung stehende Grundstück ein Exposé angefertigt, in dem die Textfestsetzungen des B-Planes sowohl für die Häuser, als auch für die Gärten und Außenanlagen in verständlicher Form erläutert wurden. Außerdem wurde nochmals auf die Zielsetzungen des Projektes eingegangen. Die Exposés wurden durch die Pilotierungsgelder finanziert und standen den Familien im Dezember 1997 zur Verfügung. Nach deren Auswertung durch die bauwilligen Familien konnte in die Diskussion um die Grundstücksverteilung eingestiegen werden.